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Was man bei der Begegnung bedenken sollte

Dr. Martinus

Es gibt natürlich viele Dinge, die man bei der Begegnung von Christen und Muslimen bedenken sollte. Manches mag fehlen, manches selbstverständlich erscheinen. Für Ergänzungen und Hinweise bin ich immer dankbar.
Ganz wichtig beim Gespräch zwischen Christen und Muslimen ist es, sich nicht an Glaubensinhalte zu klammern. Es soll bei einem Gespräch nicht darum gehen, den anderen von seinem eigenen Glauben zu überzeugen. Dazu besteht kein Bedarf (auch wenn es den sogenannten Universalitätsanspruch im Christentum und im Islam gibt). Man muss sich nicht in eine Verteidigungshaltung begeben oder drängen lassen. Deshalb ist es gut, Fragen zu vermeiden, die den islamischen Glauben in Frage stellen.
Es ist allerdings durchaus angebracht, Verständnisfragen zu stellen. Dabei kann man dann auch die eigene Haltung einbringen, ohne dies aggressiv zu tun. Ein Beispiel: Beliebt ist das Thema Frauen beim Gebet in der Moschee. Frauen beten nicht mit den Männern, oft gibt es für sie sogar einen separaten Raum, in dem sie das Gebet mit verfolgen können, aber es scheint oft so, als ob Beten Männersache wäre. Nun sollte man nicht beginnen, das zu kritisieren, sondern man könnte darauf hinweisen, dass es bei uns genau umgekehrt ist: die Männer bleiben zu Hause und die Frauen gehen in die Kirche zum Gebet. Davon abgesehen, ist die Begründung dafür, dass muslimische Frauen nicht mit den Männern gemeinsam beten, recht banal.
Es soll aber nicht darum gehen, Unterschiede hervorzuheben, sondern Gemeinsamkeiten zu finden. So könnte man im gegebenen Beispiel auch daran denken, dass in nicht allzu ferner Geschichte Frauen und Männer in den christlichen Kirchen ebenfalls getrennt saßen, und in vielen Kirchen in Übersee noch heute getrennt sitzen.

Uns fiel auf, dass die Vorbereitung gemeinsamer Aktionen recht schwerfällig vonstatten gebeten. Erbetene Übersetzungen werden nicht geliefert, manchmal bekamen wir selbst die Originaltexte nicht. Doch hat das nichts mit dem Islam zu tun. Und auch wenn die Vorbereitung nicht so gut läuft, wie wir es uns wünschen, so ist das Ergebnis doch immer erfreulich. Trotz aller Schwerfälligkeit gibt es durchaus Spielraum für Spontaneität.

Selbstverständlich befolgt man beim Besuch in der Moschee die Gepflogenheiten, wie die Schuhe auszuziehen und mit dem rechten Fuß den Gebetsraum zu betreten. Die Gesten der Gastfreundschaft sollte man auf jeden Fall annehmen.

Zuletzt überarbeitet: 26 November 2014
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